Gründung der Feuerwehr Roda : 1862
Einwohnerzahl : 4000
Name und Stand des Kommandanten : Körner Prof. Bau-Schuldirektor
Art der Feuerwehr : Freiwillige Feuerwehr
Mitglieder aktiv : 90
Zahl der Ehrenmitglieder : 7
Angaben über Hochdruckwasserleitung : ja (Trinkwasserleitung)
Anzahl der Hydranten : 32 (Oberflur)
Übungen : ja
Angaben über Üungshäuser und Plätze : beides vorhanden
Einrichtungen zur Wasserentnahme (außer Wasserleitung) : Bach und Fluß
Zahl der Spritzenhäuser : 1
Alarmeinrichtung : Glocken, Trommeln und Hornisten
Feuerwehrzeitung : Feuerspritze
Bemerkungen : Es besteht noch eine Pflichtfeuerwehr
Anzahl der Abteilungen der Wehr : 3
Steiger : 35
Spritzenmannschaft der Übrigen Abt. : 55
Spritzen
Zweirädrige Spritzen mit Saugwerk : 2
Leitern
Mechanische Schiebeleiter : 1
Anstelleiter : 11
Hakenleiter : 4
Schlauch
Anzahl der Meter : 1600
Dimensionen in mm flach gelegt : 75
Länge der einzelnen Schlauchstücken in m : 5 - 30
Schlauchverbindungen
Schraubkupplung : ja
Gewinde : weimarisch
Feuereimer : 18
Feuerhaken : 18
Rettungssäcke, Rettungsschläuche : 1
Gerätekarren und Wagen : 2
Strahlrohre : 11
Schlauchbrücken und Haspeln : 3
Petroleumfackeln : 2
Bekleidung : graue Stoffjoppen, Steigerausrüstung
Da sich der Übungsplatz in der Schützenhaushohle wegen seiner geringen Größe jedoch schlecht als Übungsplatz eignete, wurde der Feuerwehr im Jahre 1939 ein größeres Gelände im Weihertal zur Verfügung gestellt. Der Steigerturm aus der Gustav-Herrmann-Straße wurde in mehrwöchiger Arbeit von den Kameraden der Wehr abgebaut und auf den neuen Übungsplatz umgesetzt Neben dem Steigerturm konnte erstmals auch eine Schlauchwaschanlage erbaut werden.
Die fortschreitende Entwicklung der Technik brachte auch umwälzende Veränderungen im Feuerlöschwesen. Die mit Pferden bespannten Handdruckspritzen wurden am 9. Juli 1925 durch die erste Automobilspritze vom Typ Benz-Gaggenau abgelöst. Diese Spritze bewährte sich beim Brand des Schützenhauses.
Ein älterer Bürger erinnert sich: „Am 4. Dezember 1925, nachts 11.30 Uhr brannte das ehemalige Schützenhaus ‚Zur Luisenlust’ vollständig ab. Das alte Gebäude, zum großen Teil aus Holz, war morsch und mußte weg. Es war auch für die Vergnügungen der Schützengesellschaft viel zu klein. Es ist anzunehmen, daß der Brand absichtlich verursacht wurde. Das alte Gebäude ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Das ehemalige vollgummibereifte offene Feuerwehrauto ‚Benz-Gaggenau’ hat das Wasser vom alten Bad im Weihertal ununterbrochen die ganze Nacht hinauf auf die Höhe gepumpt. In dieser Nacht herrschte eine Kälte von mehr als Minus 20 °C. Bei Stillstand der Pumpen gefror sofort überall das Wasser. Die Schläuche waren am nächsten Morgen so gefroren, daß sie wie Langholz abtransportiert werden mußten.“
Das neu erbaute Schützenhaus wurde 1927 eingeweiht.
Im Jahre 1927 wurde auch der Feuerlöschverband mit Sitz in Stadtroda gegründet. Dem Verband mit seinen angeschlossenen 40 Gemeinden des Kreises oblag die Unterhaltung und Finanzierung von Feuerlöschgeräten und Fahrzeugen.
Weitere Anschaffungen der Stadtrodaer Freiwilligen Feuerwehr waren die 1929 gekaufte Schiebeleiter von 16 Meter Länge und die im Februar 1931 folgende Kleinmotorspritze (Koebe) mit einem Mannschaftsauto als Zugfahrzeug.
All diese vorhandene Technik kam beim Großfeuer 1932 in der Geraer Straße zum Einsatz, als die oberhalb der Post erbaute Richtersche Möbelfabrik fast völlig abbrannte. Nur unter großer Anstrengung gelang es damals, 2 Gebäudeteile des gesamten Komplexes vor dem Feuer zu retten.
Zur Verbesserung der Alarmierung der Feuerwehr wurde in dieser Zeit eine Klingelanlage angeschafft. Alle Wohnungen von Feuerwehrangehörigen waren mit dieser Klingelanlage verbunden. Ihre Zentrale war im Rathaus auf dem Marktplatz untergebracht. Diese Zentrale fiel der Bombardierung des Rathauses am 21. November 1944 mit zum Opfer und wurde nie wieder in Funktion gebracht. In jenen schrecklichen Jahren des zweiten Weltkrieges erhielt die Stadtrodaer Wehr mehrmalig Einsatzbefehle nach Bombenangriffen und Fliegerbeschuß. Bei der Vernichtung des Rathauses, neun Menschenleben waren zu beklagen, mußte das Übergreifen des Brandes auf die Nachbargebäude verhindert werden. Die im hinteren Bereich schwer beschädigte Apotheke konnte so durch den Einsatz der Wehr gerettet werden.
Der Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg (1945)
Mit dem Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg war auch die Neuformierung der Freiwilligen Feuerwehr mit neuen Mitgliedern notwendig. Es galt in allen Bereichen Voraussetzungen für den Aufbau einer neuen Gesellschaftsordnung zu schaffen. In mühevoller Kleinarbeit haben damals die Kameraden der Wehr mit ihrer oft mangelhaften Technik die Einsatzbereitschaft gewährleistet.
Auch die zusätzliche Forderung nach Bildung eines Katastrophenschutz-Zuges haben die 22 Kameraden der Stadtrodaer Wehr erfüllt.
Eine der ersten Maßnahmen war die Bildung einer Brandschutzkommission in allen Kreisen der damaligen DDR. Im Kreis Stadtroda gehörten dieser Kommission an:
- der Bürgermeister
- die Landwirte Fritz Klinger und
- Volkmar Schein
- und als Vertreter der Feuerwehr die Kameraden Richard Arper und
- Gerhard Lange.
Die vorrangige Aufgabe dieser Kommission bestand in der Sicherung der Landwirtschaft und der Kleinbetriebe vor Brandschäden.
Ein weiterer Schritt für den wirksamen Einsatz der Feuerwehren war die Bildung von Sektoren für das Zusammenwirken der Feuerwehren. Für den Sektor Stadtroda, mit seinen eingeschlossenen 19 Gemeinden, wurde Kamerad Gerhard Lange zum Sektorenleiter berufen.
Ihm zur Seite standen:
- ein Stellvertreter für Schulung und Ausbildung und
- ein Stellvertreter für Brandschutz
Mit der Einführung der Verordnung über die Statuten der Freiwilligen Feuerwehren wurde die gesamte Organisation der Freiwilligen Feuerwehren in den Betrieben und Gemeinden verbessert. So wurden in den Städten und Gemeinden aus den Sektoren die Wirkungsbereiche mit ihren Wirkungsbereichsleitungen entwickelt.
Sie übernahmen für die gesamte Ausbildung, die Schulungen, den vorbeugenden Brandschutz und die technische Ausrüstung die Verantwortung und Kontrolle. Durch die Arbeit der Wirkungsbereiche war eine kontinuierliche Ausbildung aller Wehren nach einheitlichen Ausbildungsplänen gesichert.
In den 50er und 60er Jahren fuhr die freiwillige Feuerwehr Stadtroda mit ihrem Löschfahrzeug LF 16 vom Typ Opel-Blitz zu den Brandeinsätzen. Einen wesentlichen Schwerpunkt bildete jedoch immer die Ausbildung. Auf dem Übungsgelände im Weihertal fand jeden zweiten Sonntagvormittag praktische Ausbildung statt. Löschangriffe, der Umgang mit der Technik, die Anerziehung von Mut und Geschicklichkeit an den Hakenleitern waren Teile der Ausbildung. Zu diesen praktischen Übungen kam selbstverständlich die theoretische Ausbildung. In ihrem selbstgeschaffenen Schulungsraum in einer ehemaligen Fleischerei unterhalb des Steinweges fanden jeden zweiten Donnerstag die Schulungen statt.

Zur Festigung der Zusammengehörigkeit war es selbstverständlich, daß die Kameraden auch zu geselligen Anläßen zusammenkamen. Einen Höhepunkt dieser Art feierte die Freiwillige Feuerwehr Stadtroda zu ihrer Festwoche anläßlich des 100-jährigen Bestehens der Wehr im September 1962. Tanzveranstaltungen, Platzkonzerte, eine Ausstellung und der Festumzug waren schon in jenem Jahre ein kultureller Höhepunkt in unserer Stadt. 1963 gründete Gerhard Lange eine Kulturgruppe der Feuerwehr. Sie bestand aus einer Tanzgruppe und einem Spielmannszug. Im Inventarverzeichnis des Spielmannszuges waren eingeschrieben: 6 Trommeln, 1 Pauke und 11 Querpfeifen. Selbstverständlich war, daß die 8 Frauen der Tanzgruppe auch Mitglieder der Feuerwehr wurden.
Natürlich mußte die Feuerwehr auch zum Bekämpfen zahlreicher Brände ausrücken. Der Großbrand in der Stadtrodaer Klingenstraße zu Pfingsten 1955, drei Doppelscheunen wurden durch die Flammen vernichtet; die zahlreichen Brände im Zeitzgrund entlang der Bahnlinie, Waldbrände durch Leichtsinn sowie Wohnungs- und Scheunenbrände sind hinlänglich in Erinnerung. So brach allein im Mai und Juni 1976 8mal Feuer an der Bahnlinie im Zeitzgrund aus, noch im Jahr 1986 mußte die Wehr fünfmal dorthin ausrücken. Durch Unachtsamkeit und Leichtsinn in Haus, Hof und Garten gab es zahlreiche Brände. Im April 1976 verstarb ein Bürger infolge der Brandverletzungen, die er sich beim Abbrennen einer Wiese zuzog. Durch fahrläßigen Umgang mit Propangas brannte im Mai 1978 eine Gartenlaube am Sportplatz ab. Der Wohnungsbrand am 14.11.1979 in der Gustav-Herrmann-Straße war ebenfalls auf fahrläßigen Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten zurückzuführen. Der schwerste Brand dieser Art war jedoch in der Straße des Friedens am 22. August 1985. 3 Häuser wurden damals vernichtet. Der Wohnungsbrand im Grüntal im Februar 1986 sowie der Garagenbrand in Quiria im Mai desselben Jahres sind weitere Brände, die auf ein nichtbrandschutzgerechtes Verhalten der Bürger zurückzuführen waren.
Eine Fahrlässigkeit besonders gefährlicher Art liegt vor, wenn Kinder in den Besitz von Streichhölzern und Feuerzeugen gelangen. Am 26.10.1979 wurde die Feuerwehr alarmiert, als in Magersdorf 2 Scheunen, durch Kinderhand entzündet, abbrannten und am 18.04.1980 in Seitenbrück eine Scheune vernichtet wurde. Dieser Chronik des Brandgeschehens könnten weitere Einsätze unserer Feuerwehr angefügt werden, da auch in der Industrie und Landwirtschaft Brände mit zum Teil erheblichen Sachschäden zu verzeichnen waren.
Nicht unerwähnt darf bleiben, daß die Kameraden der Wehr oft zur Beseitigung von Unwetterschäden ausrücken mußten. Das Beseitigen umgestürzter Bäume nach heftigen Stürmen aber vor allem der Einsatz nach heftigen Regenfällen zur Beseitigung von Hochwasserschäden stellten in den vergangenen Jahren immer wieder hohe Ansprüche an alle Mitglieder. In besonderer Erinnerung ist der August 1981.
Starke Gewitterregen am Sonntagabend (9.8.) und pausenlose Regengüße in der Nacht zum Montag (10.8.) selbst verursachten auch in unserem Kreis beträchtliche Schäden. Mehrfach mußten bereits in der Nacht Feuerwehren und Kräfte der Zivilverteidigung ausrücken, um z. B. die durch einen Erdrutsch gesperrte Straße bei Tröbnitz zu räumen, um Keller auszupumpen, Einlaufschächte und Rinnen frei zu halten. Dabei wurden sie von vielen freiwilligen Helfern tatkräftig unterstützt.
Zur Aufgabe der Stadtrodaer Freiwilligen Feuerwehr gehört auch der überörtliche Einsatz in Brand- und Havariefällen in etwa 20 Gemeinden unseres Kreises.
Entsprechend dieser Aufgabenstellung war es notwendig, daß in seiner Bausubstanz veraltete Feuerwehrgerätehaus nach den neuen Bedingungen und Erfordernissen zu gestalten. Auf Beschluß des örtlichen Rates unter Bürgermeister Heinz Rosenkranz und unter besonderer Unterstützung durch den Sekretär des Rates und Ratsmitglied für Inneres Ewald Kosik sowie dem damaligen Leiter der Abteilung Feuerwehr beim VPKA (Volkspolizei-Kreisamt) Stadtroda Hauptmann Richter bauten die Kameraden der FFw ab 1982 im Rahmen der Bürgerinitiative ihr Gerätehaus zu einem modernen Gebäude um. Das Projekt von Bauingenieur Frank Kroneberger, der auch als Bauleiter fungierte, sah im unteren Bereich einen modernen Garagentrakt vor.
Infolge dieser Maßnahme konnte dann auch der Freiwilligen Feuerwehr Stadtroda am 12. Januar 1984 ein Löschfahrzeug W50 LF 16 übergeben werden.
Im Jahre 1985 konnte die Feuerwehr Stadtroda nun auf einen Fahrzeugbestand mit
- 1 Löschfahrzeug W 50 LF 16
- 1 Tanklöschfahrzeug S 4000 TLF 16
- 1 Beleuchtungsanhänger BLA
- 1 Schlauchtransportanhänger STA
- 1 Schaumbildneranhänger SBA mit 400 Litern Schaumbildner
zurückgreifen.
Die Zeit nach der Wiedervereinigung (1989)
Für diese Zeit wird das Material derzeit noch bearbeitet und gesammelt.
Die Wehrleiter und Stadtbrandinspektoren
bis 1961 Kamerad Richard Arper
1961 - 1963 Kamerad Paul Ruderisch
1963 Erich Ohme
1963 - 1965 Kamerad Wolfgang Just
1965 - 1977 Kamerad Wolfgang Knorr
1977 - 1979 Kamerad Helmut Straub
1979 - 1981 Kamerad Wolfgang Knorr
1981 - 1987 Kamerad Bernhard Wüstemann
1987 - ???? Kamerad Wilfried Kallweit
???? - 2000 Kamerad Werner Glück
2000 - 2005 Kamerad Udo Schiering
seit 2005 Kamerad Uwe Koch